Eine Reise durch die Staudenwelt

Das Netzwerk der Staudengärtnereien umspannt die ganze Welt – eine Gruppe der Landfrauen Stockach-Engen wurde bei ihrem Besuch der Staudengärtnerei Müller in Tuningen für kurze Zeit ein Teil davon. Bei strahlendem Sonnenschein startete ein Bus mit über 45 Landfrauen zu einem Halbtagesausflug zur Staudengärtnerei nach Tuningen. Herr Müller mit seinem Team begrüßte die Landmädels und führte die interessierten Frauen durch seinen Familienbetrieb. „Der Produktionszyklus für Stauden beträgt ein bis 2 Jahre und die Pflanzen haben in unseren Hausgärten eine durchschnittliche Lebenszeit von ca. 7 Jahren“ berichtet der interessierte Staudenspezialist. „Ein reiner Staudenbetrieb“ in dem derzeit die Stecklinge gesteckt werden, im kommenden April die Pflanzen eingetopft und im darauffolgenden Herbst die fertige Staude vermarktet wird. Herrlich duftende Staudenbeete soweit das Auge reichte erwarteten die Besucherinnen. Der gelernte Staudengärtnermeister erklärte dass seine Stauden aus Kanada und Russland, aus China und Österreich, aus Malaysia oder Südafrika stammen. In unseren Anlagen wachsen Stauden auch aus vielen fremden Ländern. „Pflanzenjäger“ brachten die mehrjährigen Pflanzen einst von ihren teils verwegenen Expeditionen mit und wurden dadurch nicht selten berühmt. Weil Stauden sowohl im Garten und auf dem Balkon als auch in Parkanlagen wachsen, kaufen bei Müllers neben Hobbygärtnern auch Landschaftsgärtner ein sowie Auftraggeber der Öffentlichen Hand. Das Wissen um die Pflanze macht Staudengärtner auch innerhalb des Gartenbaus zu einem wichtigen Partner, so liefert der Betrieb Müller seine Staudenware bis nach Nürnberg. Besonders interessant für die Landfrauen waren verschiedene Quendelsorten, die eine lange Blütezeit bis Ende Herbst haben und herrlich duften. Derzeit bereitet Herr Müller und sein Team eine Lieferung mit 1000 Lavendel Pflänzchen für einen Kunden in der Schweiz vor. Das Besondere daran, der hier vermarktete vegetativ vermehrte Lavendel ist sehr standfest und robust. Bis zu 2500 Lavendelpflanzen befinden sich in einem Beet. Die Staudengärtnerei Müller hat ca. 500.000 Pflanzen und über 1000 Sorten, besonders sind auch die über 20 Ritterspornsorten zu nennen. Ein „Kleiner Italiener“ begrüßte die Landfrauen zwischen den Beeten, die Mini Geranie „Guiseppe“ für den Steingarten geeignet und remontierend blühend überzeugte die Hobbygärtnerinnen vor Ort. Ein Traum für jeden Hausgartenbesitzer wäre das vorhandene vollautomatische Bewässerungssystem der Staudengärtnerei. Hier werden für den gesamten Betrieb bei einem einzigen Durchlauf bis zu 24.000 Liter Wasser zum Bewässern verwendet, eine stolze Menge, die gerade bei dem zurückliegenden heißen Sommer nicht zu unterschätzen war. Im Anschluss an die hervorragende Führung durch den Staudenbetrieb hatten die Landfrauen noch die Möglichkeit zum Staudeneinkauf in guter Gärtnerqualität. Herrlichen Kuchen und deftige Herbstschmankerl im Kaffee Storz im nahegelegenen Tuningen rundete die gelungene Halbtagesfahrt ab.