Einige Landfrauen und viele Landmänner fanden Anfang Dezember 2015 den Weg ins Gasthaus Adler nach Mühlingen, um bei einer Vortragsveranstaltung der Landfrauen Stockach-Engen einen außergewöhnlichen Gast zu hören. Mit dem Vortrag „Christ in Staat und Politik“ imponierte der Militärseelsorger und frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober die Besucher. Dem Vorstandsteam der Landfrauen Stockach- Engen, Doris Eichkorn, Karina Stengelin und Andrea Lang, war es ein besonderes Anliegen Pascal Kober für eine Veranstaltung in unserer Region zu gewinnen. Karina Stengelin begrüßte alle Gäste und der Kirchenmann Kober trat bescheiden vor die Zuhörer, unter Ihnen jede Menge lokale Prominenz aus der Kommunalpolitik. Der Referent war von 2009 bis 2013 als FDP- Bundestagsabgeordneter als einer von zwei Pfarrern im Berliner Bundestag vertreten. Zurzeit wirkt der evangelische Theologe als Militärseelsorger in Stetten am kalten Markt im Landkreis Sigmaringen. Zusammen mit seinem katholischen Kollegen ist er für knapp 3000 Soldaten zuständig. „Freiheitliche Demokratie lebt von Menschen, die auf der Basis Ihrer Werte Politik gestalten“ sagte der evangelische Pfarrer zu Beginn seiner Ausführungen zum Thema: Werte in unserer Gesellschaft.“ Jedes Gesetz ist auf Werte begründet, Wertanschauung auf Basis der Neutralität gibt es nicht“ betonte er dabei. Ein interessierter Zuhörer fragte: „Militärseelsorger, warum und wie wird man das?“. „Aus Respekt vor den Soldaten“ erwiderte Kober. Für ihn sei es Verpflichtung als Christ, den Soldaten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. In Auslandseinsätzen könnten Soldaten Ihre Religion nur eingeschränkt ausüben, deshalb komme die Religion zum Soldaten in Form eines Militärseelsorgers. Aus seiner Zeit im Bundestag berichtete Kober dass „Demokratie nicht irrtumsfrei sei“. Er als Christ setzte sich für den Frieden ein, „es gibt hier aber große Konflikte gegenüber der Realpolitik.“ betonte Kober. Was er früher als Politiker entschieden habe, wolle er jetzt als Pfarrer weiter begleiten, so Kober. Geduldig berichtete der Kirchenmann und nahm sich Zeit für anschließende persönliche Gespräche, dies sorgte für reichlich Gesprächsstoff unter den Gästen und einen interessanten Gesprächsabend.